1907 - 1915
Auf der Generalversammlung am 29. April 1907 unterbreitete der neugewählte Vorsitzende Herr Rudolf von der Linde den Vorschlag, den wenig beliebten und benutzten dritten Platz abzuschaffen, um auf diese Weise Gelände für einen besseren Auslauf für die beiden anderen Plätze zu gewinnen. Ebenfalls empfahl er dringend eine Wasserleitung anzulegen und regte die Anstellung eines Trainers an.

Bei den vom 14. bis 18. September 1907 ausgetragenen Wettspielen ging der Damen-Wanderpreis in den dauernden Besitz von Fräulein Adele Jansen über, da sie ihn auch in diesem Jahre gewann.

Im Frühjahr 1908 wurde bei der Instandsetzung der Plätze der dritte Platz beseitigt und die beiden anderen etwas verschoben, so dass dieselben jetzt große Ausläufe aufwiesen. In diesem Zustand befand sich die Platzanlage bis zum Jahre 1925.

Am 3. September 1911 fand erstmalig ein Städtewettspiel mit dem Gladbacher Tennis-Club, dem jetzigen Tennis- und Hockey-Club auf unseren Plätzen statt, dem am 1. Oktober das Rückspiel in Mönchengladbach folgte. Diese Spiele hatten auf die Mitglieder sehr anregend gewirkt, so dass die Wiederholung solcher auswärtigen Spiele für die nächste Spielzeit in Aussicht genommen wurde.

Gemäß Generalversammlungsbeschluss vom 2. Mai 1912 wurde der Jahresbeitrag auf 10 Mk. erhöht. Der Vorsitzende Herr Josef Schaub jr. wurde beauftragt, mit der Stadtverwaltung wegen Anlegung einer Wasserleitung bis zu den Plätzen zu verhandeln. Die Verhandlungen hatten das erfreuliche Ergebnis, dass die Stadtverwaltung im Sommer 1912 auf ihre Kosten die Leitung anlegte, wofür sie eine Pachterhöhung von 20 Mk. für das Jahr verlangte. Am 23. Juni 1912 hatten sich 3 Damen und 4 Herren vom Lawn-Tennisclub „Kronprinz Wilhelm“ Krefeld auf unseren Plätzen zu einem interessanten Gesellschaftsspiel eingefunden.

Im Sommer 1913 wurde ein Zelt angeschafft, um bei plötzlich auftretenden Regen und bei starkem Sonnenschein den Spielern Schutz zu bieten. Der hierzu benötigte Betrag von 200 Mk. wurde durch Ausgabe von 10 Anteilscheinen zu 20 MK, von denen jährlich 2 Stück ausgelost werden sollten, aufgebracht.

Auf der Generalversammlung am 9. Juli 1913 wurde Herr Leopold Heckmann jr. zum Ehrenmitglied ernannt, da er sich durch die im Jahre 1912 erfolgte Stiftung eines Meisterschaftswanderpreises um die Meisterschaft von Mönchengladbach, Viersen, Dülken und Süchteln, um den Tennis-Club sehr verdient gemacht und auch sonst die tennissportlichen Bestrebungen des Clubs immer unterstützt hatte. Der Wanderpreis, ein sehr schöner silberner Pokal, sollte in den dauernden Besitz desjenigen Spielers übergehen, der ihn dreimal hintereinander gewonnen hatte. Er wurde im Jahre 1912 von Herrn Rud Dederich, Viersen, und im Jahre 1913 durch Herrn Hugo Ibels, Mönchengladbach, gewonnen. Die Wettspiele im August 1913 nahmen einen sehr schönen Verlauf, die Besetzung der einzelnen Konkurrenzen war sehr gut und das Wettspiel von schönstem Wetter begünstigt. Bei der auf der Kaisermühle am 6. September stattgefundenen Nachfeier, auf der die Gewinne den Siegerinnen und Sieger durch unser Ehrenmitglied, Herr Oberbürgermeister Stern, der das Protektorat dieser Wettspiele übernommen hatte, persönlich überreicht wurden, hatte Herr Fritz Joesten ein sehr ausdruckvolles Gedicht, das auf die Melodie „Die bange Nacht ist nun herum“ in allgemeiner Begeisterung gesungen wurde, verfasst.

Da die Mitgliederzahl sich weiter vergrößerte, und die zwei Plätze bei starkem Besuch nicht mehr ausreichten, stellte der Vorsitzende, Herr Fölsing, in der Generalversammlung vom 11. Januar 1914 den Antrag, einen dritten Platz neben den bestehenden nach dem Turnplatz anzulegen. Verhandlungen mit der Stadtverwaltung führten zu dem erfreulichen Ergebnis, dass dieselbe gewillt war, das hierzu nötige Gelände zur Verfügung zu stellen und die Neuanlage auf ihre Kosten auszuführen. Mit den Ausschachtungsarbeiten auf dem Turnplatz wurde Anfang der Spielzeit 1914 begonnen. Der im August 1914 ausgebrochene Weltkrieg brachte diese Arbeiten sowie das Tennisspiel auf unseren Plätzen bis zum Jahre 1919 vollständig zum Stillstand.

Der Einladung von Herrn und Frau Freudenberg in Süchteln, die im Jahre 1915 ihren privaten Tennisplatz dem V.T.C. in dankenswerter Weise zur Verfügung stellten, waren einige Mitglieder gern gefolgt.