1916 - 1924
Während der Kriegsjahre widmeten sich auch einige unserer weiblichen Mitglieder dem Dienste des Vaterlandes durch Übernahme von freiwilligen Krankenschwesterposten, andere halfen dem Vaterländischen Frauenverein in Viersen. Der V.T.C. überwies mehrmals aus seinem Kassen-Bestand Beträge dem Vaterländischen Frauenverein und stellte bei der Nagelung des Viersener Stadtwappens auf dem Neumarkt im Jahr 1916 das Tenniszelt zur Verfügung. Auf der ersten Generalversammlung nach dem Krieg, am 27. April 1919, gedacht der Vorsitzende, der auf dem Felde der Ehre gebliebenen drei Mitglieder:


Herrn Konrad Braun jr.
Herrn Reg.-Bauführer Kohlmann
Herrn Theo Hilgers


In der nach dem Krieg wieder eröffneten Spielzeit bestand der V.T.C. aus 31 Damen und 18 Herren. Es entwickelte sich in diesem Jahre bei guter Beteiligung ein recht reger Tennisbetrieb, der durch ein schön verlaufenes Wettspiel seinen Abschluss fand. Im Frühjahr 1919 ließ die Stadt das Clubhaus auf den Plätzen errichten. In demselben hielt sich bei den Wettspielen der Wettspielausschuß auf, auch gewährte es sonst bei Regen den Spielern Obdach.

Im Frühjahr 1920 stellte der „Spielverein 05“ an die Stadt den Antrag, ihm für einige Tage der Woche die Spielplätze zu überlassen. Die mit dem Spielverein getätigten Verhandlungen hatten das Ergebnis, dass der V.T.C. bis zum Ende der Spielzeit 1920 am Montag, Donnerstag und Sonntags-Nachmisttags die Plätze dem Spielverein untervermietete. Die Gesamtunterhaltung der Platzanlage lag dem V. T.C. ob. Von den Mitgliedern des Spielvereins wurden die Plätze jedoch nur sehr selten benutzt. Ende August 1920 wurde erstmalig nach dem Kriege wieder ein groß angelegtes Wettspiel abgehalten, wobei auch das Meisterschaftsspiel ausgetragen wurde. Herr Dr. Albersheim, Viersen, konnte zum ersten Male den Wanderpreis, der sich noch im Besitz von Herrn Hugo Ibels, Mönchengladbach, befand, an sich bringen..

Im Sommer des Jahres 1921 fand im Casino das glänzend verlaufende 25jährige Stiftungsfest statt. Bei den Wettspielen im Juli 1921 gewann Herr Dr. Albersheim zum zweiten Male den Wanderpreis. Auf der Generalversammlung vom 12. April 1921 wurde die Anschaffung eines Clubabzeichens in der heutigen Form und in den Farben violett, weiß, gold, und der Beitritt zum Deutschen Tennisbund beschlossen.

Im Jahre 1922 wurde bei Beginn der neuen Spielzeit eine Jugendabteilung gegründet, die anfänglich sich eines sehr großen Bestandes zu erfreuen hatte. Nachdem jedoch von Seiten der Leitung des Lyzeums das gemeinsame Spiel von Knaben und Mädchen nicht gestattet wurde, ging dieselbe leider ein, da die beiden Abteilungen in getrenntem Zustande nicht mehr lebensfähig waren. In den Jahren 1922 und 1923 fanden wegen der Inflationszeit keine Wettspiele statt.
Bei den am 26. bis 28. Juli 1924 abgehaltenen Wettspielen gewann Herr Dr. Albersheim zum dritten Male den Wanderpreis, der somit endgültig in den dauernden Besitz des Gewinners übergegangen ist. Erstmalig wurden in diesem Jahre vom Stadtverband für Leibesübungen, dem der V.T.C. seit Gründung des Verbandes angehört, Herren- und Damenmeisterschaftsspiele und die Meisterschaft von Viersen auf unseren Plätzen ausgegangen. Der Stadtverband stiftete hierzu zwei sehr schöne Pokale, die im ersten Jahre von Herrn Regierungs-Baurat Fölsing und Fräulein Liesel Meyer gewonnen wurden. Diese Wanderpreise müssen ebenfalls dreimal von ein- und demselben gewonnen werden, um in den endgültigen Besitz des Gewinners überzugehen. Die Bewerber müssen ihren Wohnsitz in Viersen haben.

Auf der Generalversammlung vom 10. April 1924 wurde der Jahresbeitrag auf 20 Rmk. und das Eintrittsgeld auf 50 Rmk. festgesetzt. Jedoch schon im Jahre 1925 musste der Beitrag auf 40 Rmk. erhöht werden, da er für die teurer gewordene Instandsetzung und den laufenden Unterhalt der Plätze nicht ausreichte.

Auch hatten die Bälle eine bedeutende Preiserhöhung erfahren. Um die Leistungen unserer Mitglieder zu erhöhen und größere Turniererfahrung zu bekommen, wurde auf der Generalversammlung vom 14. März 1925 beschlossen, mit den Tennis-Clubs der benachbarten Städte, wie Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuß und Dülken in Verbindung zu treten, um öfters Städte-Wettspiele auszutragen. Es wurde eine Turnierklasse aus den besseren Spielern gebildet, die die Verpflichtung eingingen, auf Anfordern sich für Auswärtsspiele zur Verfügung zu stellen.